Ingenieur auf Abwegen – M&P Mitarbeiter und Spitzensportler Tobias Breitschädel

Ein Artikel von unserem Mitarbeiter und Spitzensportler Tobias Breitschädel: Navi? Nein Danke! Warum ich als Sportler analoge Technik bevorzuge.

Ja, es ist so. Navigationsgeräte locken mich nicht vorm Ofen hervor.

Leichtgläubige bleiben schnell mal mit einem vollbeladenen 40-Tonner auf einem einsamen, verschlammten Waldweg im Nirgendwo stecken. Weils Navi eine Abkürzung angezeigt hat. Super. Nein, beim Mountainbike-Orienteering MTBO vertraue ich auf die gute alte analoge Technik. Papier, bunte Farben, Nordlinien, Kompass (mit beweglicher Nadel, nicht jener im iPhone App!) - that's it. Und Muskelkraft. Unterm Hintern trete ich meist ein vollgefedertes KTM-Radl. Das Ziel ist ein 30x30cm großer, weiß-oranger „Lampion“. Den Weg dorthin schreibt mir keine freundlich-strenge Stimme vor, sondern meine grauen Zellen. Lediglich die Zeitnehmung ist digital.


Was ist MTBO eigentlich genau und warum fasziniert mich dieser der großen Masse unbekannte Sport so?

Der Versuch einer Erklärung: MTBO ist eine Kombination aus Mountainbiken und Orientieren - ein Sport der Körper und Geist fordert. Der Wettkämpfer erhält am Start eine ihm unbekannte, detailgenaue Speziallandkarte eines Waldgebiets, welche in einer drehbaren Halterung am Lenker befestigt wird.Die auf der Karte eingezeichneten Posten müssen in der vorgegebenen Reihenfolge abgefahren und elektronisch bestätigt werden. Je schneller, desto besser - eh klar.

Wegbenutzung ist Pflicht - ein Verlassen des Weges wird mit Disqualifikation bestraft. Die einzige Orientierungshilfe ist der Kompass. Durch Einzelstarts in vorgegebenen Abständen soll ein Nachfahren vermieden werden. Die Schwierigkeit liegt nun darin, mithilfe der Karte die schnellste Route von Posten zu Posten herauszufinden und zu fahren.

Die Bestätigung, dass man alle Posten korrekt passiert hat, erfolgt elektronisch. Ein kleiner, mit dem Rad verbundener Chip, wird bei jedem Posten in eine kleine Box gesteckt. Der Chip speichert den Posten, das erleichtert auch die nachträgliche Wettkampfauswertung im Ziel. GPS (passiv) wird im MTBO nur verwendet, um Zuschauern auf einem großen Bildschirm im Zielraum den aktuellen Standort der Fahrer während des Rennens anzuzeigen.

Das Interessante ist, dass keine Strecke gleich ist. Legt man auf einer bereits befahrenen Karte eine andere Strecke, so ergibt sich eine gänzlich andere (Ideal)Route. Spannend ist auch der „Technikeinsatz“. Reifenwahl, Hardtail oder Fully, Schlauch oder Tubeless verknüpft mit der Hoffnung, dass das Rad als Ganzes eine rücksichtslose Behandlung durch den Fahrer standhält.

Man sieht, es gibt eine Vielzahl an Unbekannten in der „Gleichung“ MTBO - genau das ist das Faszinierende. Und um das Ganze auch ein bisserl mit Schärfe zu würzen, gibt es im MTBO Welt- und Europameisterschaften, einen Weltcup sowie eine offizielle Weltrangliste.


Wo stehe ich gerade?

Im Weltcup 2010 stand ich drei Mal auf dem Podest (2./3./3.), gesamt war ich sehr guter 8. Außerdem zwei Top-10 Plätzen bei der letztjährigen WM - das ist nicht schlecht, aber ich will mehr. Zudem will ich meine EM-Medaillenserie mit Gold (2008) und Silber (2009) heuer in St. Petersburg auf keinen Fall abreißen lassen.

Die Grundlage für diese und kommende Erfolge wird mir durch das Management von m+p ermöglicht! Ohne Teilzeitarbeit und Sponsoring würds nicht so gut ausschaun in meiner Bilanz. Herzlichen Dank an M&P!

Auf meiner Homepage tröpfeln in unregelmäßigen Abständen neue Artikel und Infos in leicht verständlichem Salzburger Dialekt ein:


www.tobias.breitschaedel.com