Risikocheck Gebäudeautomation

Die Nutzungsdauer von Systemen in der Gebäudetechnik wird in der VDI 2067 aufgezeigt.

In der Praxis werden jedoch viele der Anlagen aus Kostengründen weit darüber hinaus betrieben. Dabei kann mit Blick auf die verschiedenen Systemebenen auch eine Modernisierung in Teilen durchgeführt werden. Dass die „Entkopplung“ der Managementebene von der Automations- und Feldebene sinnvoll ist, lässt sich aufgrund der sehr unterschiedlichen Lebenszyklen der eingesetzten Technik gut erkennen.

Die Gebäudeautomation ist das Betriebsführungswerkzeug in den Liegenschaften. Sie hat die integrierende Funktion über alle Gewerke und stellt das Bindeglied zu den weiterverarbeitenden EDV-Systemen dar. Somit dient sie als Datensammler für die moderne EDV-Technik mit Änderungs-/Lebenszyklen von 3-5 Jahren und übernimmt die Regelungs- und Steuerungsfunktionen für die Anlagentechnik, die für Betriebszeiten von 10-20 Jahre ausgelegt wird.

Aus diesem Spannungsfeld heraus ergibt sich zwangsläufig, dass die Managementebene unabhängig von den nach geschalteten Ebenen einem anderen Veränderungsprozess unterliegt, als die von ihr zu bedienenden betriebstechnischen Anlagen und Systeme. Die nachgeschalteten Ebenen müssen hierbei nicht zwangsläufig komplett modernisiert werden.

Es ist durchaus möglich Teile der Automationsebene (z. B. Leistungsschaltschränke) und die Feldebene weiter zu nutzen. Durch die „Entkopplung“ der Managementebene von der Automations- und Feldebene, sowie die Nutzung des firmenneutralen Kommunikationsprotokolls BACnet besteht darüber hinaus die Möglichkeit, technische Entwicklungen zu integrieren und Modernisierungen im Wettbewerb durch zuführen.

Da BACnet als normiertes Protokoll von allen namhaften MSR-Anbietern unterstützt wird, ist zukünftig die Kopplung von weiterentwickelten Automationsstationen an die Managementebene möglich. Außerdem kann wenn es erforderlich würde die Managementebene komplett ausgetauscht werden. Somit ist eine maximal mögliche Zukunftsfähigkeit sichergestellt. Der Modernisierungsbedarf wird auch deutlich, wenn man berücksichtigt, dass die meisten Managementebenen der Gebäudeautomation mit dem Betriebssystem Windows arbeiten.

Durch die Nutzung des Windows Betriebssystems ist die direkte Übernahme von Daten in die Windows Office Welt möglich, allerdings ist dadurch auch eine Abhängigkeit von den Update- und Modernisierungszyklen des Windows Betriebssystems und der Windows Office Software gegeben.


Was können wir tun? Was können Sie tun?

  • Sichtung Ihrer Bestandssituation, vorhandenen Fabrikate und Systeme mittels Checklisten
  • Einschätzung des Erhaltungszustandes und der weiteren Verfügbarkeit der Systeme auf Grund der Betriebszeit (Errichtungsjahr)
  • Aufzeigen möglicher Risiken sowie von Varianten zur Reduzierung des Verfügbarkeitsrisikos


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: 

Bernd Hoopmann