Ein Ort der Superlative.

Elbphilharmonie

Der Leistungsumfang von M&P

  • Überplanung der TGA in den Gewerken: HLS, ELT, MSR, GLT
  • Koordination der Fachplanungen in zwei Bauabschnitten
  • Schnittstelle zu Architektur und Qualitätssicherung

Die Elbphilharmonie, die sich mit ihrem kühn geschwungenen Dach auf dem Sockel eines ehemaligen Speichers im Westen der Hafencity erhebt, ist ein Ort der Superlative. Bis zu 110 Meter hoch, 26 Stockwerke, 16.000 m2 Glasfassade, 2.100 Sitzplätze allein im großen Konzertsaal, eine Dachterrasse in 75 Meter Höhe.

Unser Team hat maßgeblich dazu beigetragen, dass am Ufer der Elbe ein Kulturdenkmal von Weltruf entstanden ist. In nur sechs Wochen stellte die M&P Gruppe aus den Standorten Mannheim, Hamburg, Berlin und Braunschweig eine Einsatztruppe von 20 Mitarbeitern zusammen, die sich in der Hansestadt schnell und enorm leistungsfähig für das ins Schlingern geratene Großprojekt engagierte. Professor Kurt Müller, Rainer Helmboldt, Peter Korff und Jörg Kegel von M&P erinnern sich an den langen, anspruchsvollen Weg der Entstehung des Konzerthauses.

Bild ganz oben: @ pure-life-pictures/Fotolia.com

Herr Professor Müller, das Bauvorhaben Elbphilharmonie stand lange in der Kritik. Zu teuer, zu ambitioniert. Jetzt ist Hamburg stolz auf sein neues Konzerthaus. Das öffentliche Klima hat sich gewandelt. Das könnte auch mit Ihrer Arbeit zusammenhängen, oder?

Kurt Müller: (lacht) „Zumindest, was das Klima im Großen Saal des Konzerthauses angeht. Da herrschen hervorragende Luftverhältnisse in allen Sitzbereichen. Um das zu erreichen, haben wir im Klimalabor der Hochschule Ostfalia Luftströmungsversuche durchgeführt. Wir wollten eine optimale Zuluft-Zufuhr überall im Zuschauerraum. Es darf ja nicht ziehen und nicht zu warm oder zu kalt an Kopf und Füßen der Besucher sein. Und man darf nicht nichts hören von Strömungsgeräuschen, das wäre ja tödlich in einem Konzert, wenn es nebenbei rauscht. Für unsere Versuche haben wir im Maßstab 1:1 einen Ausschnitt des Zuschauerraums mit Originalstühlen nachgebaut. Und dann wurden in einer Reihe von Tests die Parameter festgelegt: 22 Grad Einblastemperatur, 44 Kubikmeter pro Stunde Zuluftvolumen. Wir haben sogar die Anordnung der Stühle verändert, um eine ideale Luftführung zu gewährleisten. Es ist uns gelungen. Und wissen Sie, worauf ich stolz bin? Dass bei Konzerten alles so normal läuft, das es keinem auffällt.“

 

Konnte man die Ergebnisse aus den Modellversuchen wirklich eins zu eins realisieren – oder waren absichernde Messungen und Einjustierungen nötig?

Reiner Helmboldt: „Nacharbeitung ist immer nötig. Und ein wichtiger Teil unserer Optimierungsstrategie. Ich habe nach Abschluss unserer Versuchsreihe im Labor und nach dem Einbau des Lüftungssystems eine Luftqualitätsprüfung während der Testkonzerte durchgeführt. Wir wollten wissen, ob unsere hohen Anforderungen an Temperatur und Strömungen – physikalisch und gefühlt – auch in der Praxis funktionieren. Überhaupt war meine Aufgabe, die Bauausführung der technischen Gebäudeausrüstung zu überprüfen und zu koordinieren. Es gab so viele technische Baustellen in der Elbphilharmonie, da kann ich als Projektleiter nur sagen: Hut ab vor unserem Team! Wie schnell wir eine Mannschaft zusammengestellt haben, die extrem engagiert und leistungsfähig gearbeitet hat – das macht M&P so schnell keiner nach!“

 

Eine große Baustelle, viele Verantwortliche, terminlicher Druck – wie kommt man da überhaupt zu einem Ergebnis?

Peter Korff: „Ganz einfach: indem man vor Ort ist. Die räumliche Nähe spielt eine große Rolle für den Erfolg. Wir hatten unser technisches Büro direkt auf der Baustelle und waren täglich als Ansprechpartner für alle Seiten da. So konnten wir die Planungen zügig in die Baufähigkeit überführen. Es gab im Vorfeld Konflikte zwischen technischen Planern und Architekten. Ich habe als Koordinator fungiert und alle Interessen wieder unter eine Decke gebracht, sodass Entscheidungen schnell getroffen werden konnten. Dafür braucht man allgemeinen Überblick und Verhandlungsgeschick. Die Mitarbeit an der Elbphilharmonie war ein Highlight in meinem Leben. Ein Projekt, das zwischenzeitlich bereits in einer Sackgasse steckte, auf den Erfolgsweg zurückzubringen, das ist ein tolles Gefühl. Jetzt ist sie fertig, jetzt funktioniert sie.“

 

Aber kommt man überhaupt jemals zu einem Ende? Funktioniert die gesamte Technik in so einem großen Gebäude vom ersten Tag an reibungslos?

Jörg Kegel: „Sie können sich vorstellen: Wenn die Technik schon komplex, kompliziert und sensibel ist, dann muss das die Steigerung natürlich antizipieren. Da kann man nicht einfach einen schlichten Steuerrhythmus darüberbügeln. Und Sie können sich denken, dass so ein technisches Unikat nicht von Anfang an so läuft wie auf dem Papier geplant. Mein Team und ich arbeiten bis heute daran, die gesamte Gebäudeautomation in einen geregelten Betrieb zu bringen und zu einem Höchstmaß an Leistungsfähigkeit zu treiben. Dieses Commissioning gehört zum Leistungsversprechen von M&P selbstverständlich dazu.“

 

Das Team von M&P hat vielschichtig und intensiv an der Elbphilharmonie gearbeitet. Eine reine Unikatleistung? Oder empfiehlt sich diese vernetzte Arbeitsweise auch bei anderen Bauvorhaben?

Kegel: „Ich bin überzeugt: Wir treiben so jedes Bauvorhaben maßgeblich voran. Allein die Projektplanung: Es gibt immer so viele Projektbeteiligte, die gar nicht alles im Kopf haben können – ohne kompetente Begleitung, ohne direkten Informationsaustausch bleibt zu viel auf der Strecke. Mit unserer Arbeit bringen wir alles, was geplant und gebaut wird, auch in einen sicheren Betrieb. Das gewährleistet die Funktionalität, die Energieeffizienz und die Erfüllung der Komfortansprüche bei jedem Bauprojekt. M&P sorgt dafür, dass aus einer guten Idee schnell begeisternde Realität wird.“