Der Leistungsumfang von M&P
- Entwicklung und Umsetzung eines Wärmetransformationskonzepts für den Standort Lübeck
- Fokus auf nachhaltige CO₂-Reduktion
- Bewertung verschiedener regenerativer Energiequellen
- Vorplanung des ersten Transformationsschritts
- Stufenweise und flexible Dekarbonisierung
Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein – ein Ziel, das nicht nur politisch formuliert ist. Längst findet es sich in den Strategien vieler Unternehmen wieder. Auch bei Dräger in Lübeck ist dieser Anspruch fest verankert. Das Familienunternehmen hat das M&P Energie-Team beauftragt, ein strategisches Wärmetransformationskonzept für den Standort Lübeck zu entwickeln – als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Zukunft.
Unternehmerische Überzeugung und gelebte Verantwortung
Dräger ist ein weltweit tätiger Hersteller von Geräten und Systemen in der Medizin- und Sicherheitstechnik und kann durchaus als Überzeugungstäter bezeichnet werden, wenn es darum geht, sich nachhaltig und zukunftsfähig auszurichten. Das zeigt sich auch in „kleinen“ Gesten, wie dem Erhalt alter Obstbäume auf dem Werksgelände, aber vor allem in großen, durchaus beeindruckenden praktischen Handlungen im Unternehmensalltag.
So senkte Dräger in den letzten Jahren den Gasverbrauch eigenmotiviert um 25 % – allein durch umfassend angepasste Raumtemperaturen, Betriebszeiten und eine konsequente Optimierung von verschiedenen Regelparametern technischer Anlagen. „Klimawende muss cool sein, wir wollen die Welt ein Stück besser machen!“, sagte Herr Stefan Dräger, der Vorstandsvorsitzende der Drägerwerk AG & Co. KGaA, im Februar 2025 gegenüber den Lübecker Nachrichten. Für ihn steht fest: Nicht Regeldichte und gesetzliche Gängelei bringt Fortschritt, sondern Eigeninitiative und technologische Innovationsfreude.
Die kommunale Wärmeplanung sieht er dabei als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität – und als Fundament für die Wärmetransformation der eigenen Standorte. Genau hier setzt die Arbeit von M&P an.
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Konzept für einen besonderen Standort
Für den Hauptsitz in Lübeck hat das Energieteam von M&P ein Wärmetransformationskonzept entwickelt, das als Blaupause für andere Industrieunternehmen dienen kann. Das Werksgelände wird seit über 130 Jahren genutzt – eine gewachsene Struktur, die moderne Technologien auf zum Teil sehr alte Gebäude übertragen muss.
Unsere Aufgabe: Entwurf und Umsetzung einer gesamtheitlichen Lösung, die zukunftsfähig ist und die CO2-Reduktion langfristig sicherstellt.

Bild: © Patrick Ohligschläger
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Startpunkt: Analyse des bestehenden Wärmesystems
Der Standort wird über ein eigenes Nahwärmenetz und ein zentrales Kesselhaus, das ausschließlich mit Erdgas betrieben wird, versorgt. Um Emissionen zu reduzieren, fährt Dräger das Netz im Sommer bereits heute vollständig herunter.
Für das neue Energiekonzept prüften die M&P Energieexperten verschiedene Energiequellen:
- Geothermie auf dem Werksgelände
- Nutzung der städtischen Abwasserleitung, die das Gelände durchquert
- Flusswasser (verworfen aufgrund geringer Machbarkeit)
- Luft-Wasser-Wärmepumpen
- Fernwärme zur Spitzenlastabdeckung – kombiniert mit der Einbindung bestehender Gaskessel
Das Ziel: die Maßnahmen abgestuft über mehrere Jahre umzusetzen, damit der CO2-Ausstoß kontinuierlich sinkt und die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Der Einsatz der Wärmepumpen bedarf darüber hinaus einer Absenkung der Vorlauftemperatur auf dem Werksgelände. Bei der Bewertung der Gebäudephysik unterstützte M&P ein lokales Ingenieurbüro.
Herausforderungen im Bestand – und ein klarer Plan
Bei der Analyse wurde deutlich: Zwei große Gebäudeensembles benötigen sehr hohe Vorlauftemperaturen. Beide sind in die Jahre gekommen, teilweise vermietet und kurzfristig nicht sanierbar.
In anderen Bereichen dagegen sind Sanierungen geplant oder laufen an. M&P schlägt ein gestuftes Vorgehen vor:
- Das Wärmenetz wird gemäß der erforderlichen Systemtemperatur aufgesplittet.
- Teile des Werksgeländes erhalten einen eigenen Fernwärmeanschluss.
- Ältere Gebäude werden vorerst weiterhin zu 100 % über Gaskessel versorgt.
- Alle übrigen Gebäude werden zukünftig über abgesenkte Vorlauftemperaturen hocheffizient mit Geothermie und Abwasserwärmepumpen versorgt.
Dieser erste große Transformationsschritt befindet sich bereits in der Vorplanung.

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What’s next? Der Blick in die Zukunft
Sobald die älteren Gebäude saniert sind, kann das Wärmenetz wieder zusammengeführt werden. Dann ist geplant:
- Ergänzung um Luft-Wasser-Wärmepumpen
- Anschluss des Kesselhauses an die Fernwärme
- Nutzung von Überschusswärme für ein neues Stadtviertel durch die Stadtwerke
- Gleichzeitig: Abdeckung der Spitzenlasten direkt am Standort
Das Ergebnis: eine kontinuierliche, flexible Dekarbonisierung in mehreren Stufen. Nicht ein großer Schritt, sondern viele clever gestaffelte Maßnahmen machen Drägers Transformationsweg wirtschaftlich tragfähig – und energetisch effektiv.
Parallel zur Vorplanung der ersten Transformationsschritte hat M&P einen weiteren Auftrag erhalten: Unsere Energieexperten untersuchen nun auch den Produktionsstandort an der Revalstraße.
Gemeinsam mit Dräger zeigt M&P, wie Wärmewende im industriellen Maßstab gelingt – Schritt für Schritt, dauerhaft und zukunftssicher. Ein weiteres Beispiel veranschaulicht unsere Arbeit für die ZF Friedrichshafen AG. Hier stellen wir verschiedene Produktionsstandorte klimaneutral auf.
Bilder: © Drägerwerk AG & Co. KGaA